Kündigungsfrist berechnen: So verpasst du keinen Stichtag mehr
Die Rechenregel — mit Beispiel
Die Formel ist simpel, der Teufel steckt im Detail:
Spätester Kündigungstag = Vertragsende − Kündigungsfrist
Beispiel: Dein Handyvertrag läuft bis zum 30.11.2026, die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Dann muss deine Kündigung spätestens am 30.08.2026 beim Anbieter eingegangen sein. Nicht abgeschickt — eingegangen. Ein Brief, der am 30.08. in den Briefkasten geht, kommt zu spät.
Deshalb gilt: Mindestens eine Woche Puffer einplanen und eine Form mit Nachweis wählen — Kündigungsbutton mit Bestätigung, E-Mail mit Antwort oder Einwurfeinschreiben.
Typische Kündigungsfristen nach Vertragstyp
| Vertragstyp | Übliche Frist | Besonderheit |
|---|---|---|
| Mobilfunk / Internet | 1 Monat | Neuverträge seit 03/2022; ältere Verträge teils 3 Monate |
| Strom / Gas (Sondervertrag) | laut Vertrag, oft 1 Monat | Grundversorgung: jederzeit mit 2 Wochen |
| Versicherungen | 3 Monate zum Versicherungsjahr | Kfz: Stichtag meist 30.11. |
| Fitnessstudio | 1 Monat nach Mindestlaufzeit | Neuverträge seit 03/2022 |
| Streaming / Software-Abos | meist monatlich | Jahresabos: rechtzeitig vor Ablauf |
| Wohnungsmiete | 3 Monate | gesetzlich, zum Monatsende +3 |
Richtwerte — maßgeblich ist immer dein konkreter Vertrag.
Deine Rechte seit der Gesetzesreform
Das Gesetz für faire Verbraucherverträge hat die Spielregeln deutlich verbessert. Für Verträge, die seit dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, gilt:
- Maximal 1 Monat Kündigungsfrist — die früher üblichen 3 Monate sind bei Neuverträgen nicht mehr zulässig.
- Keine Zwangsverlängerung um ein Jahr mehr: Nach der Mindestlaufzeit läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit und ist jederzeit monatlich kündbar.
- Kündigungsbutton: Anbieter mit Online-Abschluss müssen seit Juli 2022 eine leicht auffindbare Kündigen-Schaltfläche anbieten — kündigen muss so einfach sein wie abschließen.
Wichtig: Für Altverträge (vor März 2022) können noch die alten, längeren Fristen gelten. Gerade bei denen lohnt sich der Blick in den Vertrag — oder einmal sauber in eine Übersicht eintragen.
Drei Fehler, die fast jeder macht
- Absenden mit Zugang verwechseln: Die Frist ist gewahrt, wenn die Kündigung beim Anbieter ankommt. Puffer einplanen.
- Nur das Vertragsende notieren: Der relevante Termin ist der späteste Kündigungstag — der liegt 1–3 Monate davor.
- Keinen Nachweis aufheben: Kündigungsbestätigung speichern. Ohne Nachweis steht im Streitfall Aussage gegen Aussage.
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Wie berechne ich die Kündigungsfrist?
Vertragsende minus Kündigungsfrist. Beispiel: Vertragsende 30.11., Frist 3 Monate → Kündigung muss bis 30.08. eingegangen sein.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?
Der Vertrag verlängert sich. Bei Neuverträgen (ab März 2022) kannst du danach aber jederzeit mit einem Monat Frist kündigen — die Jahres-Zwangsverlängerung gibt es dort nicht mehr.
Zählt das Absendedatum?
Nein, der Zugang beim Anbieter zählt. Deshalb Puffer einplanen und eine Form mit Nachweis wählen.
Was ist der Kündigungsbutton?
Eine gesetzlich vorgeschriebene Kündigen-Schaltfläche bei Anbietern mit Online-Abschluss. Die Bestätigung danach unbedingt als Nachweis speichern.
Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind immer dein konkreter Vertrag und die aktuelle Rechtslage.